Erster Advent ein Lichtlein brennt...
Erster Advent, also war auch das neue Volleyballelfe-Shirt bei mir als Trainerin am Start – natürlich für die weihnachtliche Stimmung. Ein kleines bisschen Magie gegen den Tabellenführer wäre natürlich auch schön. Wäre nice gewesen. Hat am Ende aber nicht ganz gereicht.
Mit City Basel stand uns heute das aktuell bestplatzierte Team der Liga gegenüber. Auch wenn sie „nur“ der Aufsteiger von der 4. in die 3. Liga sind, haben sie über den Sommer grosse Teile ihres Kaders erneuert und damit neue Energie in ihr Spiel gebracht.
Bei uns war die Vorbereitung auf dieses Spiel hingegen holprig: Unsere Libera Sotia fällt aktuell immer wieder aus, mal arbeitsbedingt, mal – wie diese Woche – nach einem Velounfall am Dienstag. Entsprechend mussten wir improvisieren und fanden glücklicherweise in Thea eine sportliche, zuverlässige Lösung. Thea ist aktive Beachvolleyballerin und für viele aus unserem Team keine Unbekannte — einige trainieren und spielen im Sommer regelmässig mit ihr im Sand. Dafür ein grosses Danke an sie: Sie hat für diesen Einsatz alles familienintern umorganisiert, Schuhe geschnürt und uns in der Halle ausgeholfen. Das ist nicht selbstverständlich und hat uns enorm geholfen.
Sportlich starteten wir im ersten Satz sehr gut. Laura hatte ihre Hausufgaben gemacht und war fokussiert und vor allem stand sie besser im K2. Im Angriff und Service spielten wir souverän. Das brachte uns den ersten Satz verdient mit 25:20 ein – eine starke Teamleistung gegen die Leaderinnen der Liga.
Satz zwei und drei zeigten dann die andere Seite dieses Duells: Wir hatten sichtbar Mühe, ins Spiel zu finden und die Konstanz des ersten Satzes mitzunehmen. City Basel erhöhte den Druck, variierte ihr Spiel clever, und wir konnten nicht wie gewohnt dagegenhalten. Entsprechend gingen diese Sätze mit 25:15 und 25:18 klar an die Gegnerinnen – aus unserer Sicht zwar ärgerlich, aber der Spielverlauf in dieser Phase klar zu City Basel tendierend.
Im vierten Satz sah man dann wieder unser Team-Herz: Wir geben nicht auf, auch nicht gegen die stärkste Mannschaft der Tabelle. Wir kämpften um jeden Ball, packten defensiv zu und spielten uns zurück ins Spiel. Es war ein enger, intensiver Satz, geprägt von starken Rallys, grossem Einsatz und leider auch ein bisschen Pech für uns — einige Bälle landeten denkbar knapp im Out. City Basel liess sich den Satzgewinn dann nicht mehr nehmen und holte ihn mit 25:23. Knapp ist knapp – und ein vierter Satz, den man so nah verliert, bringt natürlich auch etwas Enttäuschung mit. Trotzdem: Wir haben ihn nicht einfach abgegeben, wir haben ihn erspielt.
Im Vergleich zu unserem letzten Spiel gegen Münchenstein war heute eine deutliche Steigerung spür- und sichtbar. Im einzigen gemeinsamen Training zwischen den beiden Partien waren zwar nur sieben Spielerinnen in der Halle, aber diese sieben haben die Hausaufgaben vom letzten Spiel gemacht.
— und genau dieser Einsatz hat sich heute in vielen Bereichen ausgezahlt. Perfekt war es noch nicht ganz, aber es war sehr gut gekämpft.
Besonders erfreulich war auch, dass Sara nach längerer Verletzungspause endlich wieder auf dem Feld stand und unser Spiel bereicherte. Laura zeigte sich wieder in sicherer, stabiler Form, während Océane und Andrea defensiv wie offensiv enorm gefordert waren — und wie immer um jeden Ball kämpften. Im Angriff brachten sie Variabilität, Mut und viele saubere Lösungen aufs Feld, selbst wenn City Basel heute oft dominieren konnte. Thea fand sich als Aushilfs-Libera schnell ins Spiel – auch wenn sie den Grossteil der Zeit „nur“ die vermeintlich rechte Feldseite abdeckte. Doch genau dort war sie gefordert: Durch situative Umstellungen im Spiel musste sie konstant mitdenken, antizipieren und Lösungen finden. In diesen Momenten war ihre Erfahrung auf dem Feld gold wert und für uns ein echter Gewinn.
Wir nehmen aus diesem Spiel heute hoffentlich nicht nur die Enttäuschung über den knappen vierten Satz mit, sondern ganz viele gute Spielzüge und Fortschritte mit – und natürlich auch neue Hausaufgaben.
Es haben gespielt: Laura, Lea, Fabienne, Jeanine, Aline, Lilla, Sara, Andrea, Océane, Martina und Thea
Coach: Marianne